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ESt-Richtlinien Inhaltsverzeichnis

Übersicht II

Steuerpflicht
Einkommen
Einkommen 2
Steuerbefreiung
Gewinn
Gewinn 2
Gewinn 3
Gewinn 4
Gewinn 5
Gewinn 6
Gewinn 7
Gewinn 8
Gewinn 9
Gewinn 10
Betriebseinnahmen
Betriebseinnahmen 2
Betriebsausgaben
Betriebsausgaben 2
Betriebsausgaben 3
Betriebsausgaben 4
Betriebsausgaben 5
Betriebsausgaben 6
Betriebsausgaben 7
Betriebsausgaben 8
Betriebsausgaben 9
Betriebsausgaben 10
Betriebsausgaben 11
Betriebsausgaben 12
Betriebsausgaben 13
Betriebsausgaben 14
Bewertung 1
Bewertung 2
Bewertung 3
Bewertung 4
Bewertung 5
Bewertung 6
Bewertung 7
Bewertung 8
Bewertung 9
Bewertung 10
Bewertung 11
Bewertung 12
Bewertung 13
AfA
AfA 2
AfA 3
AfA 4
Rückstellungen
Rückstellungen 2
Rückstellungen 3
Rückstellungen 4
Rückstellungen 5
Rückstellungen 6
Gewinn a
Gewinn b
Gewinn c
Gewinn d
Überschuss
Überschuss 1
Überschuss 2
Überschuss 3
Überschuss 4
Überschuss 5
Überschuss 6
Überschuss 7
Überschuss 8
Sonderausgaben
Zuordnung
Nicht abzugsfähig
Nicht abzugsfähig 2
Nicht abzugsfähig 3
Nicht abzugsfähig 4
Landwirtschaft
Landwirtschaft 2
Landwirtschaft 3
Landwirtschaft 4
Selbständige Arbeit
Selbständige Arbeit 2
Gewerbebetrieb
Gewerbebetrieb 2
Veräußerung
Veräußerung 2
Veräußerung 3
Veräußerung 4
Mitunternehmer
Mitunternehmer 2
Mitunternehmer 3
Mitunternehmer 4
Mitunternehmer 5
Kapitalvermögen
Kapitalvermögen 2
Kapitalvermögen 3
Kapitalvermögen 4
Kapitalvermögen 5
Vermietung
Vermietung 2
Vermietung 3
Vermietung 4
Sonstige Einkünfte
Sonstige Einkünfte 2
Vorschriften
Vorschriften 2
Renten
Renten 2
Renten 3
Privatstiftungen
ao Belastungen
Progression
Progression 2
Progression 3
Veranlagung
Veranlagung 2
Veranlagung 3
Kapitalertragsteuer
Kapitalertragsteuer 2
Kapitalertragsteuer 3
Kapitalertragsteuer 4
Steuerpflicht 1
Steuerpflicht 2
Steuerpflicht 3
Steuerpflicht 4
Zuzugsbegünstigung
Mitteilungspflicht
Anhang 1
Anhang 2
Anhang 3

 

 

4.6.2 Auswirkungen bei Gewinnermittlung durch Einnahmen-Ausgaben-

Rechnung

4.6.2.1 Allgemeines

744

Bei der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung stehen die Bruttoverrechnung und die

Nettoverrechnung als Möglichkeiten der Umsatzsteuer-Verrechnung zur Verfügung.

4.6.2.2 Das Bruttosystem

745

Nach den Grundsätzen des § 19 EStG 1988 ist die von einem Einnahmen-Ausgaben-Rechner

in Rechnung gestellte Umsatzsteuer im Zeitpunkt der Vereinnahmung als Betriebseinnahme

und im Zeitpunkt der Abfuhr an das Finanzamt als Betriebsausgabe zu behandeln.

Die dem Einnahmen-Ausgaben-Rechner von seinen Vorlieferanten in Rechnung gestellten

abziehbaren Vorsteuerbeträge sind im Zeitpunkt der Bezahlung Betriebsausgaben und im

Zeitpunkt der Verrechnung mit dem Finanzamt Betriebseinnahmen.

Die Zahllast des Voranmeldungszeitraumes ist somit bei Bezahlung eine Betriebsausgabe,

eine allfällige Gutschrift für einen Voranmeldungszeitraum stellt eine Betriebseinnahme dar.

Da Vereinnahmung und Verausgabung oft in verschiedenen Veranlagungszeiträumen liegen,

kommt es beim Bruttosystem, anders als beim Bilanzierer, praktisch immer zu

Periodenverschiebungen. Die Umsatzsteuer hat daher keinen Durchlaufcharakter.

4.6.2.2.1 Vorsteuer bei Anlagevermögen

746

Die abziehbaren Vorsteuerbeträge gehören nicht zu den Anschaffungs(Herstellungs-)kosten

der Wirtschaftsgüter, auf die sie entfallen und sind entsprechend Rz 745 zu behandeln.

Dieser Grundsatz hat jedoch nur bei der Anschaffung (Herstellung) von

aktivierungspflichtigen Anlagegütern praktische Bedeutung. In diesem Fall werden die

abziehbaren Vorsteuern von den Anschaffungs-(Herstellungs-)Kosten, die nur im Wege der

AfA abgesetzt werden können, getrennt und bei Bezahlung als Betriebsausgabe abgesetzt.

 

Beispiel:

Eine Unternehmerin, die ihren Gewinn durch Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ermittelt,

kauft eine Maschine. Es werden ihr 10.000 S als Kaufpreis und 2.000 S als

Umsatzsteuer in Rechnung gestellt. Als Anschaffungskosten sind 10.000 S anzusetzen.

Die in Rechnung gestellte Umsatzsteuer von 2.000 S stellt nach Maßgabe der

Bezahlung eine Betriebsausgabe dar. Bei Verrechnung mit dem Finanzamt führt sie zu

einer Verringerung der Umsatzsteuerzahllast und damit zu einer Minderung der

Betriebsausgabe bzw. unter Umständen auch zu einer Gutschrift, die dann als

Betriebseinnahme zu behandeln ist.

Geringwertige Wirtschaftsgüter siehe Rz 740.

4.6.2.2.2 Vorsteuer bei Umlaufvermögen

747

Bei Wirtschaftsgütern des Umlaufvermögens können die Bruttobeträge der

Anschaffungs-/Herstellungs-Kosten als Betriebsausgabe abgezogen werden.

4.6.2.2.3 Fälle mit nicht abzugsfähiger Vorsteuer

748

Soweit die bei Anschaffung oder Herstellung eines Wirtschaftsgutes des Anlagevermögens in

Rechnung gestellte Vorsteuer nicht abzugsfähig ist, gelten die Ausführungen in Rz 737 ff in

gleicher Weise für Einnahmen-Ausgaben-Rechner.

749

Soweit die für Umlaufvermögen in Rechnung gestellte Vorsteuer nicht abziehbar ist, gelten

die Ausführungen in Rz 747; lediglich die Verrechnung der Umsatzsteuer mit dem Finanzamt

unterbleibt, sodass sich daraus keine Betriebseinnahme ergibt.

 

Beispiel:

Vorsteuern in Zusammenhang mit der Anschaffung, der Miete und dem Betrieb

bestimmter Kraftfahrzeuge: Handelt es sich dabei um ein Anlagegut, kommt es zur

Aktivierung des Gesamtkaufpreises, handelt es sich um Umlaufgüter sowie um

laufende Betriebsausgaben, führt die Bezahlung insgesamt zu Betriebsausgaben.

4.6.2.2.4 Anzahlungen

750

- Anzahlungen oder Vorauszahlungen für Wirtschaftsgüter des Umlaufvermögens sind im

Zeitpunkt der Leistung der Anzahlung voll als Betriebsausgabe absetzbar.

- Die in Anzahlungen und Vorauszahlungen des Anlagevermögens enthaltene

Umsatzsteuer kann (seit 1995) im Zeitpunkt der Leistung der Anzahlung als

Betriebsausgabe abgesetzt werden, wenn über die Anzahlung oder Vorauszahlung eine

ordnungsgemäße Rechnung vorliegt.

- Bei Ratenzahlungen eines bereits gelieferten Wirtschaftsgutes des Anlagevermögens

wäre davon auszugehen, dass in jeder einzelnen Ratenzahlung anteilige

Umsatzsteuerbeträge enthalten sind, sodass der Abzug der Umsatzsteuer jeweils nur

anteilig erfolgen könnte. Aus Vereinfachungsgründen wird es aber zugelassen, mit der

(den) ersten Rate(n) die Umsatzsteuer, wenn eine diesbezügliche Vereinbarung vorliegt

und diese auch eingehalten wird, vorweg zu begleichen und damit bereits in diesem

Zeitpunkt die Umsatzsteuer als Betriebsausgabe abzusetzen.

4.6.2.2.5 Eigenverbrauch

751

Beim Eigenverbrauch sind die Entnahmen ohne Umsatzsteuer zu verrechnen. Die auf die

Entnahmen entfallenden Umsatzsteuerbeträge dürfen nicht als Betriebsausgaben geltend

gemacht werden. Daher sind die Steuerbeträge, die als Zahllast an das Finanzamt bezahlt

werden, bzw. die Umsatzsteuer-Gutschriften, um die auf den Eigenverbrauch entfallende

Umsatzsteuer zu berichtigen.

752

Dies gilt nicht,

- wenn der Eigenverbrauch Betriebsausgabe ist, bspw. bei den begünstigten Sachspenden

gemäß § 4 Abs. 4 Z 5 EStG 1988 (siehe Rz 732 f),

- in Fällen, in denen die Umsatzsteuer beim Betriebsvermögensvergleich gewinnwirksam

wird, tritt auch beim Einnahmen-Ausgaben-Rechner eine Gewinnwirkung ein, bspw.

Eigenverbrauch durch Auslandsleistungen gemäß § 1 Abs. 1 Z 2 lit. b UStG 1994 (siehe

Rz 732 f).

4.6.2.3 Das Nettosystem

753

Die Umsatzsteuer, die wie ein durchlaufender Posten (§ 4 Abs. 3 dritter Satz EStG 1988)

behandelt wird, bleibt sowohl auf der Einnahmen- als auch auf der Ausgabenseite außer

Ansatz. Alle Einnahmen und Ausgaben werden daher nur netto angesetzt. Das Nettosystem

ist nur bei solchen Steuerpflichtigen zulässig, bei denen die Umsatzsteuer grundsätzlich

Durchlaufcharakter haben kann.

754

Nettoverrechnung ist nicht möglich:

- In Fällen, in denen ein Unternehmer unecht steuerbefreite Umsätze tätigt, die mit nicht

abziehbaren Vorsteuern zusammenhängen.

- In Fällen der Inanspruchnahme einer Vorsteuerpauschalierung (VwGH 21.12.1999,

95/14/0005), ausgenommen, wenn die Vorsteuerpauschalierung nach

§ 14 Abs. 1 Z 1 UStG 1994 in Anspruch genommen und gleichzeitig die Pauschalierung

nach § 17 Abs. 1 bis 3 EStG 1988 angewendet wird.

755

Nebengebühren der Umsatzsteuer, wie Säumniszuschläge und Stundungszinsen, bleiben

auch im Bereich der Nettomethode als Betriebsausgaben abzugsfähig.

4.6.2.3.1 Anlagegüter

756

Anlagegüter sind, wenn die Vorsteuer abzugsfähig ist, mit den Nettowerten zu aktivieren. Ist

die Vorsteuer nicht abzugsfähig (zB bei bestimmten Kraftfahrzeugen), dann ist sie als Teil

der Anschaffungs-/Herstellungs-Kosten zu aktivieren.

4.6.2.3.2 Umlaufgüter

757

Betriebsausgaben stellen nur die verausgabten Nettobeträge dar, die Umsatzsteuer für

Umlaufgüter ist außer Ansatz zu lassen. Hat die Umsatzsteuer keinen Durchlaufcharakter,

dann ist sie bei der Verausgabung als Betriebsausgabe abzuziehen. Diese Ausführungen

gelten auch bei den laufenden Betriebsausgaben.

4.6.2.3.3 Anzahlungen

758

Anzahlungen und Ratenzahlungen sind um die darin enthaltenen (abziehbaren)

Vorsteuerbeträge zu bereinigen.

4.6.2.3.4 Umsatzsteuerverrechnung mit dem Finanzamt

759

Alle Einnahmen- und Ausgabenpositionen, die aus der Umsatzsteuerverrechnung mit dem

Finanzamt resultieren, bleiben unberücksichtigt. Umsatzsteuergutschriften sind keine

Einnahmen, die an das Finanzamt entrichteten Zahlungen keine Ausgaben. Letzteres gilt

auch für die Umsatzsteuersondervorauszahlung (VwGH 18.2.1999, 97/15/0211). Entnahmen

sind, wie beim Bruttosystem, netto anzusetzen. Eine Korrektur der Zahllast um die darin

enthaltene Umsatzsteuer ist nicht erforderlich.

4.6.2.4 Wechsel der Verrechnungsmethode

760

Der Steuerpflichtige ist bei der von ihm gewählten Verrechnungsmethode an keinen

Mindestzeitraum gebunden. Ein Wechsel während des laufenden Wirtschaftsjahres ist aber

ausgeschlossen. Beim Übergang von der Bruttoverrechnung zur Nettoverrechnung ist zu

beachten, dass Zahllasten bzw. Gutschriften für den Zeitraum der Bruttoverrechnung, die

erst im Folgejahr zu einer Verausgabung bzw. Vereinnahmung führen (also idR die

Vorauszahlungen bzw. Gutschriften für November und Dezember bzw. für das vierte

Kalenderviertel), als Betriebsausgaben bzw. Betriebseinnahmen anzusetzen sind. Auch später

anfallende Einnahmen und Ausgaben, die sich auf Geschäftsvorfälle vor dem Übergang

beziehen, sind weiterhin brutto zu verrechnen.

761

Daraus ergibt sich insbesondere Folgendes:

- Wird Umsatzsteuer (Vorsteuer), die vor dem Übergangsstichtag bezahlt und als

Betriebsausgabe verrechnet wurde, erst nach dem Übergangsstichtag vom Finanzamt

gutgeschrieben, so ist im Zeitpunkt der Gutschrift ein dieser Umsatzsteuer (Vorsteuer)

entsprechender Betrag als Betriebseinnahme zu verrechnen.

- Wird Umsatzsteuer (Vorsteuer), die vor dem Übergangsstichtag vom Finanzamt

gutgeschrieben und als Betriebseinnahme verrechnet wurde, erst nach dem

Übergangsstichtag bezahlt, so ist im Zeitpunkt der Bezahlung ein dieser Umsatzsteuer

(Vorsteuer) entsprechender Betrag als Betriebsausgabe zu verrechnen.

- Für die vor dem Übergangsstichtag vereinnahmte und als Betriebseinnahme verrechnete

Umsatzsteuer, die erst nach dem Übergangsstichtag an das Finanzamt entrichtet wird, ist

im Zeitpunkt der Entrichtung an das Finanzamt ein entsprechender Betrag als

Betriebsausgabe zu verrechnen.

- Bei Versteuerung nach vereinbarten Entgelten ist in Höhe der für einen Zeitraum vor dem

Übergangsstichtag an das Finanzamt entrichteten und als Betriebsausgabe verrechneten

Umsatzsteuer, die erst nach dem Übergangsstichtag vereinnahmt wird, im Zeitpunkt der

Vereinnahmung ein entsprechender Betrag als Betriebseinnahme zu verrechnen.

762

Sinngemäß ist beim Übergang von der Nettoverrechnung zur Bruttoverrechnung vorzugehen.

Randzahlen 763 bis 1000: derzeit frei